Vom Nutzen des Einzugs der Gefühle in die Geschäftswelt für weniger Stress und mehr Miteinander.

Gerald Hüther, der bekannte deutsche Neurobiologe sagt:

„Niemand kann die in ihm angelegten Potentiale allein entfalten. Wir brauchen dazu Gemeinschaften, deren Mitglieder einander einladen, ermutigen und inspirieren, über sich hinauszuwachsen.“

PyramideUnternehmens-Erfolg braucht als Basis gute Beziehungen

Um Potentiale von Mitarbeitern zu fördern, braucht es gute Beziehungen untereinander. Beziehungen werden von Gefühlen geleitet. Werden diese als stimmig oder angenehm erlebt, fällt es oft leichter, gemeinsam neue Möglichkeiten zu entdecken. Mehr Möglichkeiten bieten mehr Chancen in sich permanent ändernden Märkten. Wer Chancen erkennt, kommt wiederum leichter ins Handeln und somit zum Erfolg. Noch einmal zurück zum Ursprung: Basis für den Erfolg bilden also gute Beziehungen. Einfach gesprochen: Mögen wir jemanden, erhöht sich die Bereitschaft zu etwas Gemeinsamen beizutragen.

me2K – der Beitrag der Gewaltfreien Kommunikation zu mehr Gefühl am Arbeitsplatz

Mögen oder nicht mögen wird über unserer Gefühle gesteuert. Um mit Gefühlen umzugehen, sind aus unserer Erfahrung vier Dinge wichtig:

  • sie überhaupt wahrzunehmen
  • sich bewusst zu machen
  • zu lernen, mit ihnen umzugehen
  • den Mut zu haben sie verbal zu äußern

Hierfür hilft unsere me2K – Methode (Methode zur Entwicklung konstruktiver Kommunikations- und Konfliktkompetenz) deren Basis zu großen Teilen die Gewaltfreie Kommunikation (GFK) bildet. Die GFK leistet zu allen vier Punkten einen hervorragenden Beitrag. Zum einen schult sie das Bewusstsein, Gefühle in dem Moment wahr- und ernst zu nehmen, in dem sie akut auftreten – als dankbares Signal des eigenen Körpers: „Hey, hier stimmt was nicht – ich will das anders“. Nehme ich diese Signale bewusst wahr, kann ich sie leichter benennen und auch äußern. Bewusstes Fühlen und Benennen, bieten dann in einem nächsten Schritt der GFK die Möglichkeit die Gedanken auf das zu lenken, was ich gerne stattdessen hätte – einen erwünschten, besseren Zustand. Deshalb geht die GFK bei der Frage nach dem „Stattdessen“ auf die Suche nach dem Bedürfnis.

Keine Angst Gefühle anzusprechen.

Ein Beispiel: Ein Mitarbeiter oder Teamkollege kommt 10 Minuten nach der vereinbarten Zeit zu einem wichtigen Meeting. Ihr Gefühl? Erst mal Ärger. Um welches Gefühl geht es genau, wenn sie sich einen kurzen Moment Zeit dafür geben und spüren? Sind Sie irritiert, genervt, unruhig oder sauer? Und was hätten Sie gerne statt dessen? Was ist Ihnen wichtig? Pünktlichkeit? Respektvoller Umgang mit der Zeit der andern? Verlässlichkeit? Die beiden zentralen Fragen:

1) Wie geht´s mir?

2) und was brauche ich / was ist mir wichtig?

geben Ihnen:

1) Klarheit, worum geht’s gerade im Kern meines Ärgers und

2) bieten Ihnen damit gleich den Einstieg sich klar (und in einer Ich – Botschaft) mitzuteilen: Gemeinsam mit der Beobachtung, die zu Ihrem Ärger geführt hat und einer Idee was der andere, zu dem beitragen kann, was ihnen wichtig wäre (einer Lieblingslösung sozusagen) könnte das dann so klingen:

„Es ist10 Minuten nach der vereinbarten Zeit. Da merke ich bin ich echt sauer, weil ich mich gerne auf das verlassen können möchte, was wir ausgemacht haben. Wärst Du bereit, dass wir uns beim nächsten Treffen 15 Minuten vorher treffen? Einverstanden?“

In diesem Satz ist „sauer“ das benannte Gefühl. Und es klingt nicht so, als könnte man das nicht auch genau in dieser Form im Geschäfts-Kontext zum Ausdruck bringen – um das Vorurteil: „Ich werd doch nix zu meinen Gefühlen sagen. Da mach ich mich doch lächerlich“ gleich einmal bei Seite zu räumen. Es soll dem anderen zeigen, wie es Ihnen geht und das in möglichst klarer und offener Form, um so Ihrem Ärger Luft machen zu können.

Gefühle als Türöffner für bessere Beziehungen

Die Vorteile nochmal in der Zusammenfassung:

  • Sie finden Gehör und Ihr Ärger bekommt zusammen mit den anderen Schritten in der GFK ein Ventil
  • Die bewusste Wahrnehmung von Gefühlen machen Sie für den Moment präsent und handlungsfähiger
  • Mehr Handlungsfähigkeit bietet Ihnen mehr Raum für Lösungen
  • Mehr Lösungen bauen Ihren Stress ab
  • Und weniger Stress hält Sie länger Gesund

Langfristig fördern Sie Beziehungen und haben mehr Lust an Leistung durch ein besseres Miteinander

SteuerruderAusblick

Wenn wir Gefühle als einen Kompass betrachten, so zeigt er uns klar wovon wir angezogen oder abgestoßen sind. Er zeigt uns einen Weg. Wichtig ist nur, zu lernen, ihm zu vertrauen und vielleicht häufiger als bisher auf ihn zu schauen. Unsere Erfahrung in Coachings zeigen, dass die Nutzung dieses inneren Kompasses zu mehr Offenheit, klarerem Verständnis und somit letztlich zu mehr Verbindung führt und damit das Miteinander stärkt. Gründe genug für ein klares JA zu mehr Gefühlen in Unternehmen.

Weitere wertvolle Gedanken zu diesem Thema finden Sie auch in der Blog-Parade zum Thema:

„Emotion schafft  mehr Wert“

Ihnen hat dieser Artikel gefallen? Dann tragen Sie sich in unseren Newsletter ein und bleiben Sie auf dem Laufenden!

2 Kommentare
  1. Maike
    Maike sagte:

    Gefühle und Emotionen beeinflussen uns unmittelbar – auch wenn wir es nicht wollen. So sind feuchte Hände, eine zittrige Stimme oder Enge im Brustbereich Wege des Körpers auf Gefühle aufmerksam zu machen, die keinen sprachlichen Ausdruck finden. Statt Energie darauf zu verwenden, auf einer „parallelen Spur“ die Symptome in den Griff zu bekommen, haben wir die Wahl sie zu benennen.
    Die Chance liegt darin, dass die Äußerung der Gefühle auch ein kreativer Beitrag sein kann. Es gibt noch etwas zu bedenken oder zu überdenken, etwas scheint noch in Schieflage in Bezug auf das Projekt oder die Aufgabe.
    Selbst wenn ein Gefühl der Überforderung – äußerst unangenehm – auf den Tisch kommt. Dann kann nach anderen Wegen gesucht werden, die ein Projekt gelingen lassen – aktiv statt reaktiv.
    Es lohnt sich, Urteile bezogen auf Emotionen abzubauen und eine Kompetenzen für den Umgang mit ihnen zu entwickeln – den eigenen und denen der anderen.

Kommentare sind deaktiviert.